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Presse-Information 01.03.2007 |
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Ist die Talsohle in der Gebäudetechnikbranche endlich erreicht? von Dipl.-Kffr. Anne BurkardNach Auffassung der Wirtschaftsforscher wird sich der Anstieg der konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft in diesem Jahr nur leicht abschwächen. In Deutschland ist 2007 von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 1,8 % auszugehen. Erstmals seit 1999 ist in der Bauwirtschaft wieder ein positiver konjunktureller Trend zu beobachten, der sich 2007 in vermindertem Tempo fortsetzen wird (Tabelle 1). Im Wirtschaftszweig Gebäudetechnik scheint die Talsohle endlich erreicht worden zu sein. Die Umsätze sind 2006 leicht angestiegen. Die aktuellen Einschätzungen der Unternehmen zum Geschäftsklima der HKS-Branche fallen durchweg positiv aus und deuten auf eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage hin. Neben den Herstellern und dem Großhandel beurteilen mittlerweile auch die installierenden Unternehmen sowohl die Geschäftslage als auch ihre Geschäftserwartungen optimistisch. Im Jahr 2006 haben sich die Umsätze in der Branche Gebäudetechnik erstmals seit vielen Jahren positiv entwickelt (Tabelle 2). Nach einem noch deutlichen Rückgang der Branchenumsätze von 3,4 % im Jahr 2003 pendelten sich die Umsätze in den Jahren 2004 und 2005 auf relativ konstantem Niveau ein. 2006 stiegen die Umsätze mit einer Zuwachsrate von 4,7 % deutlich an. Getragen wurde diese Entwicklung insbesondere durch die positive Entwicklung der Auslandsumsätze (2006: +12,5 %). Aber auch die Umsätze im Inland nahmen im letzten Jahr erstmals zu (+3,3 %). Für 2007 prognostiziert das ifo-Institut eine weitere Zunahme der Branchenumsätze. Der Umsatz der Hersteller im Bereich der Heizungs-, Klima- und Sanitärindustrie ist 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 % gestiegen. Ein deutlich positiver Trend war letztes Jahr erneut beim Auslandsumsatz zu beobachten (+14,3 %). Der Inlandsumsatz nahm 2006 ebenfalls spürbar zu (+7 %). Die Großhandelsumsätze sind 2006 leicht gestiegen (+1,8 %), wobei sich die positive Entwicklung abgeschwächt hat. 2005 betrug die Zuwachsrate gegenüber dem Vorjahr noch 2,8 %. Die installierenden Unternehmen (Industrie und Handwerk) scheinen 2006 eine nunmehr schon einige Jahre andauernde Durststrecke überwunden zu haben. So konnten sie im letzten Jahr wieder steigende Umsätze verbuchen (+3,0 %). 2005 waren die Umsätze noch deutlich rückläufig (-4,5 %). Die Beschäftigungssituation hat sich in der Gebäudetechnikbranche weiter verschlechtert, wobei sich der Mitarbeiterabbau in den letzten Jahren etwas abgeschwächt hat. Nach Angaben des ifo-Instituts ist davon auszugehen, dass 2007 mit einem weiteren, allerdings geringfügigen Abbau von Arbeitsplätzen in der Gebäudetechnikbranche zu rechnen ist. Die Ausnahme bildet der Großhandel. Hier waren letztes Jahr 8,8 % Personen mehr beschäftigt als im Jahr 2003. Bei den Herstellern von heizungs-, klima- und sanitärtechnischen Produkten (Industrie) hat sich die Anzahl der Beschäftigten 2006 im Vergleich zu 2003 um 3,2 % verringert. Im gleichen Zeitraum betrug der Rückgang bei den installierenden Unternehmen 11,6 %. Insgesamt waren 2006 in der Gebäudetechnikbranche 7,8 % weniger Personen beschäftigt als 2003. Erste positive Tendenzen im HKS-Anlagenbau Im Bereich der installierenden Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten zeichnen sich für das Jahr 2006 erste positive Tendenzen ab. Die vorliegenden amtlichen Statistiken deuten auf eine leichte konjunkturelle Belebung hin. Sowohl in West- als auch in Ostdeutschland ist für 2006 mit höheren Umsätzen als im Vorjahr zu rechnen (Tabelle 3). In den ersten drei Quartalen 2006 ist der Umsatz in Westdeutschland mit einer Rate von 1,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht gestiegen. Weiterhin rückläufig waren in diesem Zeitraum allerdings sowohl die Anzahl der Betriebe (-3,4 %) und der Beschäftigten (-2,2 %) als auch die geleisteten Arbeitsstunden (-2,4 %). Die Lohn- und Gehaltssumme hat im Vergleich zu 2005 in den ersten drei Quartalen 2006 um 2,0 % abgenommen. Der Marktbereinigungsprozess in Ostdeutschland konnte 2006 erneut nicht abgeschlossen werden. Die Anzahl der Betriebe hat sich in den ersten drei Quartalen 2006 im Vergleich zum Vorjahr erneut um 10,6 % reduziert und die Beschäftigtenzahlen sind um weitere 4,8 % zurückgegangen. Hiermit einher ging eine Abnahme der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden (-4,2 %). Erstmals positiv entwickelte sich hingegen der Gesamtumsatz in Ostdeutschland in den ersten drei Quartalen 2006 (+2,1 %). 2005 musste hier noch ein Rückgang von 6,5 % verkraftet werden. Insgesamt ist die wirtschaftliche Lage der HKS-Anlagenbauer in Deutschland regional, betrachtet, relativ heterogen. In einigen Gebieten, insbesondere im Bereich von strukturstärkeren Großstädten, wie z.B. Stuttgart, Düsseldorf, Köln oder Hamburg hat sich die Situation deutlich verbessert, während in anderen nach wie vor eine schlechte Auftragslage vorherrscht. Grundsätzlich hat die Konjunktur in der Branche Mitte des Jahres 2006 etwas angezogen. Die Auslastung erreichte mancherorts fast 100 % und der Auftragsbestand ist angestiegen. Gegen Ende letzten Jahres ist der Boom allerdings wieder etwas abgeflacht. Das Preisniveau ist weiterhin schlecht und der Wettbewerbsdruck stark. Firmen mit hohem Spezialisierungsgrad erwirtschaften noch die besten Renditen. Probleme bereitet die extrem schlechte Zahlungsmoral. Einen starken Einfluss auf die Konjunktur der Branche wird die Entwicklung der Energiekosten ausüben. Es ist nach heutiger Sicht fraglich, ob von der neuen EnEV und hier insbesondere der DIN V 18599 für Nichtwohngebäude sowie der Einführung von Energieausweisen positive Impulse ausgehen werden. Geschäftsklima in der Gebäudetechnikbranche hat sich deutlich verbessert Das Geschäftsklima bei den installierenden Unternehmen im Bereich Gebäudetechnik hat sich im letzten Jahr deutlich verbessert. Seit Anfang 2006 liegt der ifo-Geschäftsklimaindex im positiven Bereich. Hierbei beurteilten die Unternehmen ihre Geschäftslage im Verlauf des Jahres als zunehmend gut. Bei der letzten Befragung im November 2006 wuchs der Index zur Geschäftslage auf 44 Punkte an, wobei er im Februar 2006 noch deutlich negativ gewesen war (-14). Die Geschäftserwartungen der installierenden Unternehmen erreichten Mitte letzten Jahres ihren Höhepunkt. Nach einer Abkühlung im Spätsommer 2006 beurteilten die Firmen ihre Zukunftsaussichten im November wieder deutlich positiver. Das Geschäftsklima in der gesamten Gebäudetechnikbranche hat sich 2006 durchweg positiv entwickelt. Bei den Herstellern und beim Großhandel ist bereits seit Mitte 2005 eine optimistischere Einschätzung der wirtschaftlichen Lage zu beobachten. Hier wird insbesondere die günstige Entwicklung der Auslandsumsätze eine Rolle gespielt haben. Die Branche blickt somit mittlerweile auf allen Vertriebsstufen optimistisch in die Zukunft. Der Geschäftsklimaindex ist letztes Jahr insgesamt von -14 im Januar auf +26 im Dezember 2006 angestiegen. Wirtschaftliche Lage in Bauwirtschaft und HKS-Branche (im Text erwähnte Tabellen) Pressemeldung zum Downloaden |