BHKS-Pressekopf
2/97          30.01.1997

Dauerfrost: Was tun, wenn die Wohnung nicht warm wird?

Die anhaltende Kältewelle in Deutschland mit ihren Dauerminusgraden bringt in vielen Haushalten die Heizungsanlage an ihre Leistungsgrenze. Die Folge: Die Wohnung wird nicht mehr warm. In den letzten Tagen gingen in der Geschäftsstelle des BHKS - Bundesindustrieverband Heizungs-, Klima-, Sanitärtechnik e.V. - in Bonn vermehrt Anfragen aus der Bevölkerung ein, wie man sich in einer solchen Extremsituation zu verhalten hat.

Heizungsanlagen werden in Deutschland nach der Norm DIN 4701 ausgelegt. Dieser Norm liegen zur Berechnung Tiefstwerte der Außentemperaturen zugrunde, die durch die derzeitigen Witterungsverhältnisse erreicht oder sogar unterschritten werden, so daß in vielen Fällen der "maximale Auslegungsfall" vorliegt. Kommen noch bauliche Mängel, wie z.B. undichte Fugen hinzu, erhöht sich der Wärmebedarf zusätzlich. Die zur Verfügung stehende Heizenergie reicht nicht mehr aus, um die Raumtemperaturen auf 20°C zu halten. Ein schlechter Wartungszustand der Heizungsanlage kann diesen Zustand noch weiter verschlechtern.

Zur Überbrückung von Extrem-Kälteperioden bei unzureichender Heizleistung kommen in erster Linie nur kurzfristige Maßnahmen in Betracht:
Holen Sie das meiste aus ihrer Heizungsanlage heraus:
  • Erhöhen Sie die Vorlauftemperatur an der Heizungsanlage (soweit die Heizungsrohrleitungen aus Kupfer oder Stahl bestehen, können Sie die Vorlauftemperatur bis max. 90°C erhöhen)
  • Lassen Sie die Heizung auch über Nacht laufen. Verringern Sie Dauer und Ausmaß der Nachtabsenkung oder verzichten Sie in Extremfällen ganz darauf.
  • Bei Heizungsanlagen mit witterungsgeführter Außentemperatursteuerung haben Sie die Möglichkeit, eine steilere Heizkurve einzustellen.
  • Reduzieren Sie den Energiebedarf für die Trinkwassererwärmung, wenn ihre Heizungsanlage hierfür aufkommen muß, indem Sie die Warmwassertemperatur absenken und möglichst wenig Warmwasser verbrauchen (dadurch verkürzen Sie die Vorrangschaltung für den Warmwasser- Betrieb).

Minimieren Sie die Wärmeverluste in Ihrer Wohnung:
  • Verringern Sie die Lüftungsverluste, indem Sie Fenster und Türen geschlossen halten. Beachten Sie allerdings, daß ein minimaler Luftaustausch in der Wohnung notwendig ist (kurze Stoßlüftung).
  • Dichten Sie undichte Fenster und Türen ggfs. auch notdürftig ab.
  • Schließen Sie insbesondere nachts die Außenjalousien. Auch Gardinen tragen zur Verringerung der Wärmeverluste bei (Achtung: Heizkörper nicht abdecken!).
  • Senken Sie die Temperatur der Nebenräume ab, sofern die Heizungsanlage an ihrer Leistungsgrenze angelangt ist. Um das Einfrieren von Trinkwasserleitungen zu vermeiden, sollten Sie allerdings die Räume, in denen solche Leitungen in der Außenwand geführt werden, unbedingt beheizen.

Nach überstandenem Winter sollten Sie überlegen, wie Sie durch Erneuerungen an der Heizungsanlage oder verbesserte Wärmedämm-Maßnahmen am Gebäude in der nächsten Heizperiode in eine "wärmere Zukunft" blicken können. In jedem Fall ist es ratsam, sich an kompetente Fachbetriebe zu wenden, da diese Maßnahmen alle im Hinblick auf Energieeinsparung erfolgen sollten.