7/96 04.06.1996
| Jeder dritte Betrieb, der die Erstellung gebäudetechnischer
Anlagen betreibt, meldete für das Geschäftsjahr 1995 Verlust. Mit
einem durchschnittlichen Jahresergebnis von -3 Prozent (nach -0,6 Prozent im
Vorjahr) sind vor allem die ostdeutschen Betriebe der Branche äußerst
stark von der wirtschaftlichen Misere betroffen. Dies sind die vorläufigen
Ergebnisse der Kostenuntersuchung für das Geschäftsjahr 1995, die der
Vorsitzende des Zentralen Wirtschaftsausschusses des BHKS -
Bundesindustrieverband Heizungs-, Klima-, Sanitärtechnik e.V. in Bonn,
Dipl-Betriebsw. Klaus-D. Haberland, anläßlich der Jahrestagung des
Verbands in Dresden bekanntgab. Die bereits seit drei Jahren anhaltende Talfahrt nimmt für die betroffenen Unternehmen inzwischen bedrohliche Ausmaße an, die in der zunehmenden Zahl von Konkursen und Stillegungen von Zweigniederlassungen gipfeln. Lag das durchschnittliche Ergebnis für die alten Bundesländer 1994 noch bei +3 Prozent, so dürften 1995 noch nicht einmal mehr 1 Prozent erwirtschaftet werden. Hinsichtlich der Größenunterschiede läßt sich feststellen, daß die Betriebe über 100 Beschäftigten durchweg besser abschneiden (+1,5 Prozent) als die kleineren Unternehmen. Diese werden für das zurückliegende Geschäftsjahr aller Voraussicht nach keinen Gewinn ausweisen. Auch in bezug auf die Sparten lassen sich Unterschiede ausmachen; vom konjunkturellen Einbruch sind die Betriebe der Heizungs- und Sanitärtechnik insgesamt stärker betroffen als die lüftungstechnischen Anlagenbauer. Bei der Suche nach den Gründen stößt man zwangsläufig auf eine mangelhafte Auslastung der Betriebe. So ist in den neuen Bundesländern inzwischen der überwiegende Teil der Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen. Für die nähere Zukunft sind daher keine Anschlußaufträge zu erwarten. Von seiten der öffentlichen Hand gehen angesichts leerer Haushaltskassen zur Zeit keine weiteren Impulse für infrastrukturelle Projekte aus und das Nachfrageniveau von seiten der Industrie reicht nicht aus, um diesen Auftragsrückgang auszugleichen. Nach wie vor ungenügend stellt sich das Preisniveau dar; in einem Umfeld, das grundsätzlich - und nach VOB in unzulässiger Weise - nur dem Anbieter mit dem niedrigsten Angebot den Zuschlag erteilt, lassen sich auskömmlich Aufträge kaum noch hereinholen. |